75 Jahre Schmersal - Impuls zur Modernisierung der Marke

23.01.2020 // tec.nicum der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG // Wuppertal

Hinter Gevelsberg hört die Welt nicht auf!

Zur ersten Veranstaltung 2020 am 23. Januar trafen sich mehr als 90 Mitglieder und Gäste – unter ihnen der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Helge Lindh von der SPD – des Marketing-Clubs Bergisch Land im tec.nicum der K. A. Schmersal GmbH & Co. KG in Wuppertal-Nächstebreck. Anlass war das anstehende 75-jährige Jubiläum des Wuppertaler Vorzeigeunternehmens. Für den Club begann das neue Jahr mit einem neuen Programm – und einem neuen Präsidenten.

Auf der im Vorhinein abgehaltenen außerordentlichen Mitgliederversammlung, die ebenfalls bei Schmersal stattfand, wurde Patrick Hahne, Vorstandsmitglied der Stadtsparkasse Wuppertal, zum neuen Präsidenten gewählt. Er löst damit den bisherigen Präsidenten und früheren Vorstand der Technischen Akademie Wuppertal Erich Giese ab, der sich an diesem Tag – seinem Geburtstag – nach sieben Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedete.

"Ein schönes Bild" befand der frisch gekürte Präsident bei seiner Begrüßung angesichts eines bis auf den letzten Platz gefüllten Veranstaltungssaales in der vierten Etage des Schmersal-Gebäudes. Beeindruckt zeigte sich Hahne von den Räumlichkeiten des tec.nicums, in denen der Hersteller von Sicherheitsschaltgeräten und -systemen Schulungen und Beratung zu Maschinensicherheit und Arbeitsschutz durchführt. Hahnes besonderer Dank für die Gastfreundschaft galt Heinz Schmersal, der gemeinsam mit seinem Sohn Philip das Familienunternehmen führt.

Schmersal down under?

Im September 1945, so erzählte Schmersal, gründeten sein Vater und sein Onkel das Unternehmen, damals noch mit der Produktion von Bügel- und Waffeleisen. Er selbst trat 1982 in die Firma ein und erkannte früh die Bedeutung der Sicherheitstechnik, die schon damals Teil der Aufzugproduktion des Unternehmens war. Und ebenso früh war es ihm wichtig, getreu dem Motto "Hinter Gevelsberg hört die Welt nicht auf!" global zu denken. Schon 1974 wurde in Brasilien ein Werk aufgebaut, von dem aus Süd- und Nordamerika beliefert wurden. 1996 ging Schmersal nach China, sein Erfolg dort rührte auch daher, dass die Mitarbeiter, die nach Shanghai gingen, vorher genau auf die dortigen Lebensumstände vorbereitet wurden. Vielleicht aber auch daher, dass Schmersal seine chinesischen Geschäftspartner in einem Mercedes-Benz Pullman mit Standarten vom Düsseldorfer Flughafen abholen ließ...

Seit 2007 gibt es auch eine Produktionsstätte in Indien, "ein sehr komplexer, aber auch lukrativer Markt", wie Schmersal mit einem lachenden und einem weinenden Auge zugibt. Von dort werden die wichtigen Märkte Südostasiens beliefert, die Philippinen, Indonesien oder Vietnam. Und es gibt Überlegungen, nach Nordaustralien zu expandieren. "Der Grund unseres Erfolges", so Schmersal, "ist, dass wir uns offensiv dem weltweiten Handel stellen."

Rebranding zum 75sten

Zum 75-jährigen Jubiläum hat man sich im vergangenen Jahr ein neues Geburtstagskleid gegönnt, oder, wie es im Marketing heißt, ein Rebranding und Redesign. Ein sehr komplexer Prozess, wie Tobias Waszkiewicz, Kommunikationsdesigner und Inhaber des verantwortlichen tw designbüro, in seinem Vortrag aufzeigte, der mehr als ein halbes Jahr dauerte und noch nicht zur Gänze abgeschlossen ist. Ausgehend von der Marktsituation, der Markenidentität, den verschiedenen Einflussfaktoren, den nötigen Instrumenten und den genutzten Touchpoints wird ein Unternehmensleitbild definiert, aus der angestrebten Mission, der Vision und den Kernwerten, zu denen – gerade in einem Familienunternehmen – auch die Mitarbeiter befragt werden. In gemeinsamen Workshops wurde dann die Konzeption erarbeitet.

Beim Redesign, so Waszkiewicz, gelte es, nicht alles neu zu machen und Veränderungen behutsam anzugehen. Auch ein Blick auf die Konkurrenz zeige oft, wie man sich von seinen Mitbewerbern unterscheiden kann – und wenn es nur ein anderer Schrifttypus ist. An vielen Beispielen, etwa Logo, Signet, Schrift, Farben oder Formen- und Bildsprache, erläuterte Waszkiewicz die Vorgehensweisen und Überlegungen hinter den Veränderungen.

Erstes BBQ im neuen Jahr!

Abgeschlossen ist die Implementierung des Rebranding noch nicht, auf der SPS- (Smart Production Solutions) Messe im November in Nürnberg zeigte Schmersal sich erstmals im neuen Gewand.

Er sei natürlich nicht immer und durchweg harmonisch verlaufen, dieser Prozess, gab Constanze Compes, Marketingleiterin der Schmersal-Group, in der anschließenden Fragerunde zu, viel sei diskutiert worden, aber das Ergebnis komme betriebsintern, beim Außendienst vor allem aber auch bei den Kunden sehr gut an.

Zum Dank für ihre unterhaltsamen wie interessanten Einblicke in die Geschichte und die Veränderungen eines Familienunternehmens und Global Players überreichte Patrick Hahne einen Hazet-Schraubendrehersatz im Porsche-Design an Heinz Schmersal und Tobias Waszkiewicz.

Und eines haben die Teilnehmer dieser – für das Programm 2020 vielversprechenden – Veranstaltung dem Rest der Wuppertaler voraus: das Angrillen! Denn zum Abschluss gab es Leckeres vom Holzkohlegrill.

Re-Branding als Geburtstagsgeschenk

Im Jahr 2020 feiert die K.A. Schmersal GmbH & Co. KG sein 75-jähriges Bestehen. Ein Anlass zu feiern und sein Geburtstagskleid anzuziehen. Somit hat Schmersal sich ab Mitte 2019 einem Re-Branding Prozess unterzogen. Wichtige Fragen, wie: ‚Wer sind wir als Marke?‘ ‚Was sind unsere Kernwerte?‘ und ‚Was sind unsere Differentiatoren und Substanzwerte?‘ haben Schmersal beschäftigt. Ein Polaritätenprofil und der Charakter der Marke galt es zu definieren. Ob Personas oder Trends und Wertewandel waren Themen mit denen sich der Kreis der Workshop Teilnehmer über einen längeren Zeitraum beschäftigt haben.

Referent(en)

Constanze Compes: Marketing-Leiterin der Schmersal Gruppe

Tobias Waskiewicz: Kommunikationsdesigner