Respekt! Respekt!

Einen gelungenen Auftakt gab es für Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Bergisch Land im Forum des Sparkassen-Turms mit der ersten Veranstaltung des neuen Jahres am Abend des 28. Januar. Nicht nur, weil die Gäste so zahlreich erschienen waren. Mit René Borbonus konnte Vorstandsmitglied Silke Asbeck bei ihrer Begrüßung einen Referenten aus dem Kreis der Top 100 Excellence Speakers präsentieren.

Borbonus, Kommunikationstrainer, Coach und Buchautor und Gründer der Communico GmbH, erläuterte in seinem Vortrag „Respekt! – Ansehen gewinnen bei Freund und Feind“ auf anschauliche und humorvolle Art, wie man sich seinem Gegenüber respektvoller zeigen kann. Dabei konnte er seine Zuhörer gleich zu Beginn beruhigen, denn: „Zumeist sind Sie respektlos aus Versehen.“ Vor allem aber sei die heutige Zeit durch Respektlosigkeit geprägt. „Wir schaffen ein respektloses Klima, und wir leben in einem solchen“, so Borbonus. Man denke nur an so manche Fernsehsendung, deren Unterhaltsamkeit Borbonus ziemlich in Frage stellte. Doch auch im politischen Leben herrsche dieses Klima. Das Traurige sei, das seine Respektlosigkeiten einen Politiker vor allem bekannter machten. Aber auch in den neuen Medien, in denen sich niemand mehr die Zeit und Ruhe für Überlegungen nimmt, in der die Geschwindigkeit und die Anonymität zu einer Affektkommunikation führt, fehle der Respekt dem anderen gegenüber völlig.

„Wozu“ statt „Warum“
Keine guten Voraussetzungen also für ein respektvolles Miteinander. Und oftmals merken wir unsere eigenen Respektlosigkeiten überhaupt nicht. Dies wurde den Teilnehmern nur allzu deutlich, als Borbonus Klassiker der Respektlosigkeiten vorstellte. Dazu gehört beispielsweise die Bagatellisierung mit dem Satz „Das schaffst Du schon“, den wir sagen, ohne die Ängste oder den Schmerz des anderen wahrzunehmen. Ein anderer ist das Aufeinandertreffen von Verbundenheit und Freiheit, den Borbonus an der Kommunikation zwischen Müttern und Töchtern deutlich macht, die so stets zu Auseinandersetzungen führt.
Auch die „Warum?“-Frage als „unechte“ Frage ist Sinnbild einer unfairen Kommunikation, weil suggestiv und manipulativ. Borbonus rät dazu, das „Warum“ durch ein „Wozu“ zu ersetzen.
Von fehlendem Respekt zeugt es auch, die Konsistenz anderer in Frage zu stellen und damit seine Persönlichkeit und seine Glaubwürdigkeit – mithin gar ein Angriff auf die Würde des anderen.
Und auch der Vergleich gehört zu den gängigen, oftmals so nicht wahrgenommenen Respektlosigkeiten, der aber doch die Smalltalk-Kultur prägt und mit dem die Anerkennung instrumentalisiert wird.
Ein problematisches Thema ist auch die Schwierigkeit des „Nein“-Sagens, wenn wir gezwungen werden, den Grund für dieses „Nein“ zu nennen. „Ein „Nein“ aber ist nicht zu begründen.“
In vielen Situationen seien es aber nicht die vermeintlichen Respektlosigkeiten, die uns wütend machten oder die uns kränkten, sondern vielmehr unsere eigenen Gedanken über die Situation. Daher solle man seine Gefühle in Frage stellen. Dies ändere dann oft die Bewertung.

Der vermeintliche Drang zur Perfektion führe oft zu Aggression. Daher sollte man in der Kommunikation viel entspannter und gelassener sein und sich selbst stets hinterfragen. „Denn“, so schloss Borbonus seinen Vortrag, „wer grün ist, kann noch wachsen. Wer aber reif ist, beginnt auch bald zu faulen.“

Club-Präsident Erich Giese, ebenso beeindruckt wie alle anderen Teilnehmer von diesem tatsächlich lehr- und aufschlussreichen Referat, überreichte René Borbonus zum Dank den „Bergischen Hammer“.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse wurden im Anschluss – natürlich auf respektvolle Art und Weise – noch intensiv diskutiert. Hier geht es zum Handout des Vortrags.

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