"Wer mit wem, wie und mit welchem Ziel?"

Den Clubabend am 19. September in den Räumen der Bayer HealthCare prägten ein spannendes Thema und hochklassige Vorträge. Beim ersten Treffen nach der Sommerpause durften die Mitglieder des MC Bergisch Land einen keineswegs utopischen Blick in die Zukunft unserer Arbeitswelt werfen. Zunächst stellte der Unternehmensberater Dr. Friedhelm Böttcher klar, dass es ihm nicht darum ginge, die Zukunft zu erforschen. Im Netzwerk future_bizz, an dem branchenunterschiedliche Unternehmen beteiligt sind und das Böttcher managt, versuche man vielmehr, in verschiedenen Projekten - wie "Arbeitswelten 2030" oder "FutureLiving 2020" - die Veränderungen der Arbeitswelt, deren Zusammenhänge und Auswirkungen zu verstehen und die Chancen dieser Änderungen zukünftig zu nutzen. Es gälte, unter den Prämissen der Demografie, des wachsenden Wissens und dem Umgang damit, der Nachhaltigkeit und der Globalisierung die wichtigsten Trends auszumachen. Dazu gehören der weiter steigende Umgang mit Maschinen in allen Arbeitsprozessen und der Weg hin zum virtuellen Umgang, die Industrie 4.0 mit dem Ziel der Smart Factory, die sich verändernden Arbeitsverhältnisse, der Wandel zur kreativen Wissensarbeit mit großem Einfluss auf sämtliche Berufsfelder und neue Formen der Kooperation mit Netzwerken, die neu strukturiert sein werden. Welchen Einfluss werden diese Trends auf die "Marke" Mensch haben, der sich ständig neu wird erfinden müssen, und auf dessen Identität? Wie wird er mit der Abkehr vom Wissen auf Vorrat umgehen und der Hinwendung zum ständigen Lernen, wie wird das zukünftige Bildungssystem aussehen müssen? Dazu entwirft man bei future_bizz konkrete Szenarien innerhalb der Projektwirtschaft, in dem Wertschöpfungsnetz, Kompetenzpool und externe Projektorganisation Hand in Hand arbeiten, sich völlig neu aufgestellte Teams mit sich ändernden, sogar gänzlich neuen Berufen, bilden. Wie werden die Menschen in diesen Szenarien sein, wie werden sie mit ihrem Leben umgehen? Und wie wird der Arbeitsplatz der Zukunft aussehen zwischen Räumlichkeit und Virutalität? Wie wird man über Möbel, Decken, Wände nachdenken müssen, wie "intelligent" werden diese sein?

Auf viele dieser Fragen hat man bei future_bizz schon sehr konkrete und reale Antworten gefunden. Und selbstverständlich praktizieren die Unternehmen schon heute Projektwirtschaft, entwickeln neue Innovationssysteme und sehen die kreative Wissensarbeit als Methode und Grundhaltung.
Wie all dies praktisch aussehen kann, erläuterte Eckard Foltin, Leiter des Creative Center der Bayer MaterialScience AG. Auch dort gilt, nicht einfach Prognosen zu erstellen, sondern Szenarien für die Zukunft zu entwerfen. Wie könnten die Produkte der Zukunft aussehen, und wie müssen die Bayer-Werkstoffe beschaffen sein? Welche Eigenschaften wird das Material haben, welche Marktbedingungen werden herrschen, welche Technologie wird genutzt und welche Anwendung gefragt sein?
Für die Antworten gilt vor allem: Weg mit der eigenen Produktbrille, externe Experten und Partner suchen, Kompetenzen zusammenbringen und sein Wissen mit anderen teilen. Ganz konkret am Beispiel der Entwicklung von Musikinstrumenten, die Töne auch visualisieren können, veranschaulichte Foltin die Prinzipien der Projektwirtschaft, wie sie bei Bayer und seinen Partnern schon heute praktiziert werden.

Im Anschluss entspann sich eine außergewöhnlich intensive Diskussion mit zahlreichen Fragen, Beiträgen und Meinungen, die zeigte, wie sehr die Thematik die Teilnehmer dieses Abends beschäftigte.
Zu fragen bleibt, wie Böttcher und Foltin ihren Bergischen Hammer in dieser Zukunft nutzen werden, den sie zum Dank und als Anerkennung für ihre mitreißenden Vorträge von Erich Giese überreicht bekamen. In intelligente Wände wird man keinen Nagel mehr einschlagen müssen.

Text: Peter ten Eicken

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