Meeting mit Jazz?!

Zum zweiten Mal in diesem Jahr trafen sich Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Bergisch Land im Restaurant Rossini in der Historischen Stadthalle Wuppertals. Deren Geschäftsführerin Silke Asbeck versprach den Anwesenden zur Begrüßung einen "etwas anderen Club-Abend" - und sie sollte Recht behalten.
Denn der Referent an diesem 18. Juli war der Unternehmensberater, Coach und Musiker Lutz Hempel, der für seinen Vortrag junge Musiker aus der Kölner Jazz-Szene an seiner Seite hatte. Im Bereich des Change-Management möchte Hempel in seinen Jazz it!-Workshops aufzeigen, wie die Interaktionen eines Jazz-Ensembles die Organisationskultur eines Unternehmens innovativer gestalten können.
Dass auch Musiker beim Jazz miteinander kommunizieren, dass Hierarchien "hörbar" sind und der Ablauf dem eines Meetings ähnlich sein kann, erkannten die Zuhörer beim ersten Stück, bei dem die Musiker erst nach einer "disharmonischen" Diskussion zum Miteinander und damit zu einem positiven Ergebnis fanden. Und bei der zweiten Darbietung durften sich einige der anwesenden Marketing-Experten an Keyboard, Bass und Schlagzeug präsentieren, um dabei zu erfahren, wie man selbst Akzente setzen kann, dass Fehler, auch die eigenen, zu Dialogen führen und für die Gruppe eine Lernquelle sind. Und gleich, ob bei einer simulierten Probe durch neues Material konstruktiv zueinander zu finden oder bei einer Jam Session Neues zu erkunden, voneinander zu lernen und so zu profitieren: die Verhaltensmuster ließen sich eins zu eins übertragen auf eine konstruktive Diskussionskultur über alle Führungsebenen eines Unternehmens hinweg. Denn die Prinzipien des Jazz, so erklärte Hempel, nämlich Mut, Diversität, Leidenschaft und Empathie, sollten auch für die Teilnehmer beispielsweise eines Meetings gelten. Dazu gehören auch bestimmte Verhaltensweisen, die zu Innovativität und einer "High-Performance" führen, nämlich das selbst Erlernte zurückzustellen und für Neues offen zu sein, eine bejahende Einstellung zu seinem Gegenüber zu bewahren, gleichzeitig präsentieren, auch auch experimentieren zu können und zwischen einer gewissen Beschränkung und der eigenen Freiheit zu balancieren. Mitarbeit sollte als etwas Nobles verstanden werden und Führung als eine Kompetenz gelebt werden, die positiv provoziert.
Ein Thema also, das wieder einmal gut zum Jahresmotto "Employer Branding" der Clubveranstaltungen passte, denn die Teilnehmer waren sich einig, dass man tatsächlich vom Jazz lernen kann. Und auch dank des ausgezeichneten Jazzensembles ein schöner Abschluss vor der Sommerpause, in die Silke Asbeck Mitglieder und Gäste verabschiedete.

Text: Peter ten Eicken

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