IKEA – ein guter Nachbar

Es kam wieder alles zusammen für eine spannende Versammlung beim Treffen des Marketing-Clubs Bergisch Land am 19. März, wie Präsident Erich Giese bei seiner Begrüßung feststellte: mit dem Barmer Bahnhof eine Location mit Stil und
Atmosphäre, mit der Ansiedlung von IKEA in Wuppertal ein spannendes Thema und mit der Leiterin dieses Projekts, Corinna Wendt, eine kompetente Referentin.

Entsprechend hoch war auch dieses Mal die Zahl der Teilnehmer, die einen
informativen Abend verlebten.

Vor dem eigentlichen Beginn des Programms stellten sich mit Nils von der Crone
vom Marketingverbund Langenfeld und dem Werbefotografen Mario Brenzel zwei neue Clubmitglieder vor.

Die Moderatorin des Abends, Petra aus dem Siepen, dankte den Geschäftsführern des Barmer Bahnhof, Patrick Faßbender und Tim Wiedenstritt, für ihre Gastfreundschaft und stellte im Anschluss die für den Abend entscheidende Frage: Was eigentlich zieht den Möbelgiganten IKEA nach Wuppertal? Beantworten sollte dies IKEA-Real Estate Project Manager Corinna Wendt, seit 2010 verantwortlich für ein Projekt, das schon seit 2007 geplant ist.

Zu Beginn ihres Vortrags klärte Frau Wendt mit der Herkunft des Namens IKEA
etwas, was wohl kaum einer ihrer Zuhörer wusste: Er setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben des Gründers Ingvar Kamprad vom Bauernhof Elmtaryd im Dorf Agunnaryd. Dort begann 1943 die Erfolgsgeschichte des Möbelkonzerns, dessen Zahlen allein für Deutschland beeindruckend sind. 1974 wurde das erste der mittlerweile 48 Einrichtungshäuser eröffnet, bis 2020 sollen weitere 20 dazukommen. Rund 16.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, 101 Mio. Besucher zählt IKEA pro Jahr und setzt mehr als 4 Mrd. Euro um. Dabei sehen sich die Schweden bei einer Neuansiedlung als Partner und Teil für die soziale, wirtschaftliche und ökologische Entwicklung der jeweiligen Stadt. „IKEA ist ein guter Nachbar“, so Wendt. Dabei ist auch die Abgabe der Gewerbesteuern vor Ort ein wichtiger Aspekt.

Grund der Entscheidung für Wuppertal war das Bergische Land als weißer Fleck auf der IKEA-Landkarte und die Stadt als dessen Oberzentrum, ein Einzugsgebiet von etwa 1,2 Mio. Einwohnern. Dabei sind die Verluste umliegender IKEA-Häuser, so in Essen oder Düsseldorf, wohl kalkuliert: IKEA sieht dies positiv, diese Häuser würden Kapazitäten freisetzen, das Netz werde verdichtet.

Knackpunkt des Projekts war das ursprüngliche Vorhaben, neben dem
Einrichtungshaus ein Fachmarktzentrum sowie Gastronomie anzusiedeln. Nachdem dieser Plan im Mai 2014 ad acta gelegt worden ist, um die Einzelhändler in den Innenstädten zu schützen, hat das Projekt einen Neustart erfahren. Entschieden hat man sich nach der Begutachtung von neun möglichen Standorten letztendlich für den Bau auf dem Gelände der ehemaligen Fertighausausstellung in Oberbarmen, das IKEA – so das übliche Procedere des Konzerns – gekauft hat. Vor allem die Nähe zum Autobahnkreuz Nord gab den Ausschlag, allerdings muss IKEA hier einiges an Leistungen erbringen, was die Verkehrsführung, aber auch den Schutz von Biotopen und den Waldausgleich betreffen.
85 Mio. Euro wird IKEA in den Standort investieren und 250 neue Arbeitsplätze schaffen. Das Haus wird eine Verkaufsfläche von 25.500 Quadratmetern haben und 1.100 Parkplätze. IKEA rechnet jährlich mit etwa zwei Mio. Besuchern.

Da nur einen Tag zuvor die Offenlegung des Planverfahrens erfolgt war, konnte
Wendt den Besuchern exklusiv eine erste Visualisierung des Projekts präsentieren. Der Baubeginn für IKEA Wuppertal ist für den Oktober 2015 geplant, im August 2016 soll das Haus mit einer großen Kampagne eröffnet werden.

Im Anschluss an ihren Vortrag musste Corinna Wendt noch so manche Frage
beantworten. Zum Dank auch dafür bekam sie von Erich Giese ein Crossboccia-Set überreicht. Dies, so freute sich Wendt, werde sie mit ihren Kollegen im Großraumbüro nutzen.

Die Gäste hingegen genossen bei Speisen und Getränken noch lange das Ambiente im Barmer Bahnhof.

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