"Seit vier Generationen keine Kompromisse"

„Messer sind mein Leben“

Echte Werkstattluft, den Geruch von Öl und Schleifmitteln durften Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs Bergisch Land am 18. Mai schnuppern. Denn das Treffen an diesem Abend fand in der Messer-Manufaktur Franz Güde GmbH in Solingen statt – inmitten der Schleifmaschinen und unzähligen Kisten mit den Messerrohlingen.

Clubpräsident Erich Giese freute sich bei seiner Begrüßung über die mehr als 30 Teilnehmer, die den Weg in die Klingenstadt gefunden hatten. Sein Dank galt Dr. Karl Peter Born, Geschäftsführer in der vierten Generation, für den Besuch in den "heiligen Hallen", in denen das 1910 gegründete Familienunternehmen seit mehr als 80 Jahren produziert.

"Messer sind mein Leben", so begann der promovierte Maschinenbauer Born seinen Vortrag und gab zu, dass Marketing für sein Unternehmen lange Zeit "hinterrangig" gewesen ist. Doch was hat man bei Güde anders gemacht im Gegensatz zu den mehr als 100 Solinger Messerproduzenten, von denen heute nur noch zehn übriggeblieben sind? Für Born ist die Antwort klar: "Hier wurde immer sehr hart gearbeitet!" Dazu wurde die Angebotspalette verschlankt und sich ganz auf Qualität konzentriert, die Produkte für seine Messer kommen nur aus dem Inland, der Großteil aus Solingen selbst. Heute produzieren die 21 Mitarbeiter rund 200 verschiedene Messertypen in kleinen Stückzahlen, vom einfachen Schälmesser bis hin zum futuristischen Kochmesser "the knife", manche in mehr als 50 verschiedenen, manuellen Arbeitsschritten. Dabei entstehen mit Design- und Innovationspreisen dekorierte, exklusive Werkzeuge, die von Kochprofis und engagierten Hobbyköchen in der ganzen Welt hoch geschätzt werden – vor allem auch in Japan und China.

Tradition und Emotion

Ganz ohne Marketing ging es aber auch nicht, der Hinweis, seine Produkte seien besser als sein Marketing, bewog Born zu einer Kehrtwende hin zur Kommunikation, die sich auf Handarbeit, Tradition, Authentizität und der Emotion beim Umgang mit den edlen Messern gründet. Und: "Wir müssen unsere Türen öffnen!" Dazu gehören tatsächlich Tage der offenen Tür, und einmal im Monat führt Born selbst Interessierte durch die Werkstätten an der Katternberger Straße. Und auch auf den Kanälen der Social Media ist Güde mittlerweile unterwegs.

Zum Erfolg eines Unternehmens gehört für Born aber auch die Mitarbeiterführung. Es gebe praktisch keine Fluktuation, manche würden selbst nach ihrem Ausscheiden in das Rentendasein ihre jahrzehntelangen Erfahrungen in die Firma einbringen.

Erfahren hatten die Teilnehmer an diesem Tag zweierlei: Mit einem vermeintlich teureren Messer lässt sich eindeutig besser schneiden – das durften alle ausprobieren, z.B. beim Test mit dem Brotmesser "Franz Güde". Und dass – neben all den Marketingmaßnahmen, die sonst an den Clubabenden diskutiert werden – neben Bodenständigkeit vor allem eines zum Erfolg führt: der Wille, hart zu arbeiten.

Datum
18.05.2017

Referent
Dr. Ing. Karl-Peter Born ist Geschäftsführer und Inhaber der Franz Güde GmbH. Der promovierte Maschinenbauingenieur ist die vierte Generation im Unternehmen Güde. 1983 übernimmt er den Familienbetrieb von seinem Onkel Franz-Dietrich Güde und führt es konsequent auf seine Ursprünge zurück: Kleine Stückzahlen, höchste Qualität und klassische Formgebung. Seither wurden Produkte aus dem Hause Güde für Ihre zeitlose Formsprache und die unübertroffene Fertigungsqualität mit zahlreichen 'Designerpreisen wie z.B dem "Red Dot Desig - Award" ausgezeichnet.

Das Unternehmen
1910 von Carl Güde gegründet gehörte das Unternehmen von Anfang an zu den Qualitätsführern seiner Branche.

Seit nun vier Generationen fertigt Güde in kleinen Stückzahlen geschmiedete Messer von Hand. Seit Ende der achtziger Jahre hat der Enkel von Franz Güde, Dr. Karl Peter Born, in vierter Generation die Leitung des Unternehmens übernommen und konsequent auf den Ursprung zurückgeführt.

Vor die Wahl gestellt, zeitgemäße oder zeitlose Messer herzustellen, konzentrierte sich Dr. Born auf die ursprünglichen Formen. Die klassischen Messerformen, die in den dreißiger Jahren optimiert wurden, sind beides: zeitlos und zeitgemäß.

Heute, in einer Zeit, in der kompromißlose handwerkliche Qualität wieder einen sehr viel höheren Stellenwert genießt, in der bei der Wahl der Lebensmittel Ursprünglichkeit und natürlicher Geschmack wieder entscheidende Kriterien sind, in dieser Zeit finden die Messer aus dem Hause Güde zahlreiche Liebhaber. Nach wie vor bei den Profis, aber immer mehr auch bei ambitionierten Hobbyköchen.

Veranstaltungsort
Franz Güde GmbH, Solingen

Moderation
Erich Giese

Text
Peter ten Eicken

Fotos
Freistil Fotografie - Anette Hammer

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