Das Ende der "Monokultur Mann"?

"Frauen in Führungspositionen" - zu diesem Thema hielt der Vorstandsvorsitzende Dr. h.c. Josef Beutelmann einen Vortrag beim Treffen des Marketing-Clubs Bergisch Land am 20. Juni in der Zentrale der Barmenia.

Auf den Südhöhen Wuppertal-Elberfelds, im Foyer der eindrucksvollen Zentrale der Barmenia Versicherungsgruppe, trafen sich Mitglieder und Gäste des Marketing-Clubs. Unter die Teilnehmer hatten sich auch zahlreiche weibliche Führungskräfte des Hauses gemischt, um zu hören, was ihr oberster Chef zum Thema "Frauen in Führungspositionen" zu sagen hatte. Denn Dr. h.c. Josef Beutelmann war nicht nur Gastgeber, sondern auch Referent des Abends. Clubpräsident Erich Giese dankte ihm hierfür ausdrücklich.

Viele der Überzeugungen aus früheren Zeiten über Frau, Beruf und Familie, so Beutelmann in seinem Vortrag, seien auch heute noch nicht überwunden. Und grundsätzlich sei die Belastung für eine Frau größer, die oftmals durch Familie bedingte Teilzeitarbeit verhindere häufig die Karriere, die ohnehin bei Männern und Frauen verschieden ablaufe. Die Zahlen zeigten, dass man von einer angestrebten Quote von 40 Prozent weiblicher Führungskräfte trotz einer Selbstverpflichtung noch weit entfernt sei. Erst vier Prozent der Vorstands- und dreizehn Prozent der Aufsichtsratssitze in den Top-200-Unternehmen seien von Frauen besetzt, die zudem meist als Arbeitnehmervertreterinnen oder aus den frauenaffinen Bereichen Personal, Marketing oder Gesundheit in ihre Positionen aufgerückt seien. In der Versicherungsbranche mit ihrem traditionell höheren Anteil an Mitarbeiterinnen seien die Zahlen zwar besser, dies beträfe jedoch nicht den Außendienst, der weiterhin eine Männerdomäne sei. Immerhin betrage der Anteil weiblicher Führungskräfte im Innendienst knapp 25 Prozent, bei der Barmenia selbst liegt er etwas höher.
Beutelmann selbst lehnt eine gesetzliche Quote ab und möchte die Qualifikation in den Vordergrund stellen. Ein Vorteil für Frauen, die in der Regel besser ausgebildet seien. Oftmals jedoch, und das gälte auch für die Barmenia, würden sich auf ausgeschriebene Stellen weniger oder sogar keine einzige Frau melden. Frauen, so Beutelmann, sollten ihre Ansprüche auch einfordern.
Die größte Hürde jedoch sei auch hierbei, dass für die Frauen Beruf und Familie zumeist einfach nicht zu vereinbaren seien. Hier müssten seitens der Unternehmen, aber auch des Staates, weit größere Anstrengungen unternommen werden. Es könne nicht angehen, so Beutelmann, dass zumal die Akademikerinnen auf Nachwuchs verzichteten, um ihre Karriere nicht zu gefährden, auch und gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Und warum eigentlich sei der Vaterschaftsurlaub in der Gesellschaft so wenig angesehen? Man müsse sich eh von der Präsenzkultur in den Büros verabschieden.
Von der Gender Diversity werden letztendlich auch die Unternehmen profitieren. Denn, so wollen die Unternehmensberater Ernst & Young und McKinsey herausgefunden haben, führt das Zusammengehen weiblicher und männlicher Führungsstile zu mehr Nachhaltigkeit - und damit zu mehr Erfolg.
Im Anschluss entspann sich eine rege Diskussion, und Clubpräsident Erich Giese bedankte sich bei Gastgeber Josef Beutelmann für dessen "missionarischen" Vortrag mit der Überreichung des "Bergischen Hammers."

Text: Peter ten Eicken

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