Konzepte für den Zoo der Zukunft

Employer Branding, Markenkommunikation und -führung, neue Produkte, Strategien und Konzepte – wie für jedes andere Unternehmen gelten diese Begriffe auch für einen modernen Zoo. Wie sie im konkreten Fall umgesetzt werden, erfuhren die Mitglieder des Marketing Clubs Bergisch Land bei ihrem Treffen am 15. Mai. Ein wieder einmal interessantes Thema, das rund 70 Gäste anzog, von denen viele an diesem Abend seit langer Zeit wieder einmal den Wuppertaler Zoo besuchten, denn vorab führte der Direktor Dr. Arne Lawrenz gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Zoovereins, Bruno Hensel, durch den Tierpark, um vor seinem Vortrag an einigen Beispielen seine geplanten Änderungen zu erläutern.
Und die sollen schon bei den Flamingos und Aras, deren Anlage alles andere als artgerecht ist, unweit des Eingangs anfangen. Aus den beiden Gehegen soll ein einziges großes werden, wo dann die äußerst seltenen Lear- und Hyazinth-Aras gezüchtet werden sollen. Überhaupt will man die Haltung einiger Tierarten kritisch hinterfragen. Im großen Stil soll das bei den Eisbären erfolgen, die man durch Haarentnahme auf Stresshormone testen will, um herauszufinden, wie wohl sie sich in ihrer Anlage fühlen. Dazu muss aber zuerst noch die Wachstumszeit eines solchen Haares erforscht werden…
Die Zusammenlegung von Bären und Wölfen mit dann mehr Platz vor allem für letztere ist fast abgeschlossen. Überhaupt ist die Zusammenstellung von Lebensräumen für verschiedene Arten ein Hauptziel von Lawrenz, im Gegensatz zum Konzept eines Geo-Zoos wie in Gelsenkirchen. Daneben sprach der Direktor von einer begehbaren Känguru- und einer vergrößerten Gepardenanlage. Das Beispiel der 2009 eröffneten, weltweit einzigartigen Pinguinanlage mit dem Acrylglastunnel zeigt, was in Wuppertal mit starken Partnern für den Zoo erreicht werden kann. Froh ist Lawrenz auch darüber, dass mit der CULINARIA ein qualifizierter Betreiber für die Zoogastronomie, die im September dieses Jahres eröffnet werden soll, gefunden wurde.
Zum eigentlichen Referat von Dr. Lawrenz hatte Erich Giese in die Technische Akademie Wuppertal unweit des Zoos geladen. Bei seiner Begrüßung zeigte sich der Präsident angesichts der wieder einmal hohen Teilnehmerzahl bestätigt im attraktiven Jahresprogramm des Clubs.
In seinem Vortrag stellte Lawrenz, seit 15 Jahren Tierarzt im hiesigen Zoo und seit Anfang März 2013 auch dessen Direktor, sein mutiges und umfassendes Entwicklungskonzept „Der grüne Zoo/Zoo 2020“ vor. Damit will Lawrenz die Tierhaltung ebenso verbessern wie die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter und insgesamt die Attraktivität für die Besucher und damit auch deren Zahl steigern. Die Leitbilder hierfür sind Erholung, Bildung, Forschung und der Natur- und Artenschutz. Dazu plant der Direktor zahlreiche Maßnahmen, zu denen vor allem die Umstrukturierung der Anlagen zählt, um Tiere artgerechter halten zu können, was auf der anderen Seite bedeutet, dass man sich von einigen Spezies trennen wird. So werden die Greifvögel den Schneeleoparden weichen, die Kiangs, eine chinesische Halbeselart, werden abgegeben und auch eine ganze Familie der Afrikanischen Elefanten, um so die erfolgreiche Züchtung fortzuführen. Dazu will man für die „Energieschleuder“ Zoo neue Energiekonzepte entwickeln, um die Kosten senken zu können.
In die zu sanierenden Zoofestsäle sollen das Kompetenz- und Bildungszentrum Carl Fuhlrott und ein Veterinärmedizinisches Zentrum, Vortrags- und Mehrzweckräume des Zoovereins, ein Zoopädagogisches Zentrum mit Zooschule und Junior-Uni und dazu Aquarium und Terrarium eingegliedert werden. Dazu hat sich Lawrenz mit der international renommierten Schweizer Tierärztin Dr. Maya Kummrow kompetente Unterstützung in seinen Zoo geholt.
Für seinen Vortrag bekam Lawrenz großen Applaus, der den Zuspruch der Teilnehmer zeigte und die Hoffnung, dass zumindest einige der ambitionierten Pläne des Zoodirektors umgesetzt werden können. Und natürlich überreichte Erich Giese ihm den Bergischen Hammer zum Dank für einen überaus interessanten und informativen Abend.

 

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